Qualcomm hat den Snapdragon 8 Elite Gen 6 vorgestellt und stellt ihm erstmals eine übergeordnete Variante zur Seite: den Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6. Beide sind High-End-Chips, beide werden in 2 Nanometern gefertigt, und die Unterschiede zwischen ihnen sind subtiler, als der Name vermuten lässt.

Mit dieser Vorstellung ist der Sprung auf 2 nm nicht mehr einem Hersteller vorbehalten: Die neuen Snapdragon-Chips gesellen sich zum A20 Pro von Apple und zum Dimensity 9600 Pro von MediaTek, die diesen Fertigungsprozess bei Smartphones bereits eingeführt hatten.

Als erster Hersteller setzt Motorola darauf: Das Unternehmen hat bestätigt, dass sein neues Signature 27 die Extreme-Version verbaut.

Zwei Chips, die sich fast alles teilen

Beide Modelle teilen sich Modem, Display-Spezifikationen, Sicherheitsfunktionen, Satellitenortung sowie Arbeitsspeicher- und Speicherunterstützung. Auch bei der CPU stimmen die veröffentlichten Daten überein: zwei Hochleistungskerne mit bis zu 5 GHz und sechs Performance-Kerne mit bis zu 4 GHz. Qualcomm nennt die vollständige Kernaufteilung nicht mehr im Detail, weshalb der Unterschied in der reinen Rechenleistung auf dem Papier gering ausfällt.

Das macht die Wahl weniger eindeutig als sonst: Es ist nicht das klassische Muster von „Topmodell und abgespeckte Version“, sondern zwei Konfigurationen desselben Chips mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Was die Extreme-Version zusätzlich bietet

Die Unterschiede konzentrieren sich auf drei Bereiche:

  • Video: Aufnahmen in 8K mit 60 fps und 4K mit 240 fps, dazu Unterstützung für den professionellen Codec APV.
  • Künstliche Intelligenz: ein größerer gemeinsam genutzter Speicherpuffer für die NPU, was schnellere und effizientere KI-Aufgaben ermöglicht.
  • Gaming: KI-Matrixkerne innerhalb der GPU sowie mehr Speicher, mit einer Grafikleistungssteigerung, die Qualcomm selbst als moderat einstuft.

Für alle, die auf dem Smartphone spielen, ist nicht so sehr die maximale Leistung interessant, sondern diese dedizierten Kerne: Über sie werden KI-basiertes Upscaling und Frame-Generation ihren Weg auf Smartphones finden, genau wie es zuvor bei PCs und Konsolen passiert ist.

Was von den Smartphones mit diesem Chip zu erwarten ist

Da beide Versionen so nah beieinanderliegen, stellt sich die Frage, welcher Hersteller sich für welche entscheidet und für welches Modell. Motorola hat mit dem Signature 27 den Anfang gemacht, weitere Marken werden ihre Geräte in den kommenden Monaten ankündigen.

Der Rat für alle, die gerade ein neues Smartphone suchen, ist einfach: Zwischen einem Gen 6 und einem Extreme Gen 6 zeigt sich der reale Unterschied vor allem bei Video und KI-Funktionen, nicht in der Flüssigkeit des Alltagsbetriebs. Es lohnt sich mehr, auf Display, Kühlung und Kamera des jeweiligen Modells zu achten, denn bei diesen beiden Chips sagt der Name des Prozessors nicht mehr alles aus.